Atmung 4 (1976)

Videoaufzeichnung, s/w 6 Minuten.

Ich sitze in einem luftdichten Plastiksack von 2.20 m Höhe und 0.30 m Durchmesser bis ich ohnmächtig werde.
Boegel sitzt auf dem Boden, in einer Plastiktüte. Dieser saugt sich sehr fest um ihn herum, wodurch fast ein Vakuum entsteht, was es für ihn immer schwieriger macht zu atmen. Dann kommt der Moment, in dem der Künstler umkippt, groggy durch Sauerstoffmangel. Durch den Sauerstoffmangel verliert er das Bewusstsein.

Die Registrierung einer Performance auf Video bestimmt direkt die Wahrnehmung der Zuschauer, die während der Performance nicht physisch anwesend waren. Das Video „Atmung 4" beginnt zum Beispiel mit einer Aufnahme von Boegels Gesicht, das noch nicht verrät, dass sein ganzer Körper in Plastik gehüllt ist. Je mehr der Betrachter das Ganze sehen kann, desto mehr merkt er, dass Boegel völlig hilflos ist und nicht einmal mit den Händen das Plastik von seinem Kopf entfernen kann. Erst dann wird klar, wie ernst sein Sauerstoffmangel wirklich ist. Wie ihre Kollegen Abramovic und Ulay es in ihrer Arbeit oft getan haben, erforschen Boegel und Holtappels hier die Grenzen des menschlichen Körpers, indem sie effektiv an eine solche Grenze stoßen.

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